Juni 2007: 2 Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns haben höchste Verluste durch mit Immobilien gesicherte Papiere.
Juli 2007: In US-Immobilien-Papieren investierende Deutsche Banken erleiden erste herbe Verluste. Es sind vor allem die Staats- oder Landesbanken WestLB, BayernLB und Sachsen LB. Sodann die Mittelstandsbank IKB, die zu rund 90 % der Bundes-KfW Bank gehört. Der IKB-Bank musste zunächst mit 3,5 Mrd. € geholfen werden, weil Rating-Agenturen mit Immobilienkrediten unterlegte Werpapiere in Milliardenhöhe herabgestuft hatten.
August 2007: Die Sparkassen unterstützen die SachsenLB mit 17 Mrd. €. August 2007: Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt dem Finanzsystem 95 Mrd. weitere € zur Verfügung, die US-Notenbank 38 Mrd. US-$.
- September 2007: Der Staat übernimmt die britische Bank Northern Rock, die wegen eines Liquiditätsengpasses in Schwierigkeiten gekommen war Die Kunden stürmten die Bank wegen ihrer Einlagen.
Oktober 2007: Einige US-Banken kommen durch Milliardenabschreibungen in die Krise.
Februar 2008: Bei vielen US-Finanzinstituten brechen die Gewinne ein. Der US-Kongress billigt ein 150 Mrd. $ Konjunkturprogramm.
März 2008: Die Investmentbank Bear Stearns muss 200 Mrd. $ abschreiben und wird auf Druck der US-Notenbank vor dem Zusammenbruch an die Bank JP. Morgan Chase verkauft.
März 2008: Die US-Notenbank und die EZB geben Milliarden zur Geldmarktstützung. Die US-Notenbank 100 Mrd. $.
Mai 2008: Die schweizer USB-Bank muss mit 10 Mrd. € gestützt werden.
Juni 2008: Großbanken, wie Barclays oder Fortis sammeln bei Investoren, vor allem aus dem Nahen Osten und Südostasien, noch Milliarden ein.
Juli 2008: Gewinneinbruch bei der Deutschen Bank durch Milliardenabschreibungen. Krise erfasst selbst die deutschen Rückversicherer.
Juli 2008: Die US-Bank Merrill Lynch muss 40 Mrd. innerhalb weniger Tage abschreiben. Sie verkauft riskante Wertpapiere und erhöht das Kapital.
Juli 2008: Die EZB stellt dem Geldmarkt weitere 100 Mrd. € zur Verfügung.
11. 7. 2008: Die französiche Genossenschaftsbank Crédit Mutuel übernimmt zu rd. 4,9 Mrd. € die Citibank Deutschland (dpa in t-online).
21. 8. 2008: Die Staats-KfW-Bank verkauft die IKB an den Finanzinvestor Lone Star. Gesamtverlust für KfW 10,7 Mrd. (dpa in t-online.de).
August 2008: Die britische HSBC-Bank meldet Gewinneinbruch und Abschreibungen auf Hypothekenkredite von rd. 10 Mrd $.
1. 9. 2008: Die Commerzbank übernimmt die angeschlagene Allianz-Tochter Dresdner Bank für 9,8 Mrd. € (t-online/dpa).
8. 9. 2008: US-Regierung verstaatlicht die von Insolvenz bedrohten Hypotheken-Großbanken Fannie Mae und Freddie Mac (t-online.de/dpa).
11. 9. 2008: Deutsche Bank übernimmt in 1. Schritt 29,75 % der Postbank zu angeblich über 2,5 Mrd. € (dpa in t-online.de).
15. 9. 2008: Die Investmentbank Lehmann Brothers muss Insovenz anmelden, nachdem sie wegen der Immobilienkrise zuvor einen Quartalsverlust von 3,9 Mrd. $ verkündet hatte. Dies ließ den Kurs um 3/4 einstürzen.
15. 9. 2008: Die US-Investmentbank Merrill Lynch wird für 50 Mrd. $ durch die Bank of America übernommen (t-online.de/dpa). Am 9. 3. 09 wurde später gemeldet, dass deren Londoner Devisenhandel statt einer Fehlspekulation mit norwegischen und schwedischen Kronen von 400 Mio. $ Verlust 120 Mio. $ Gewinn ausgewiesen hatte.
17. 9. 2008: Der US-Versicherungsriese American International Group (AIG) hat milliardenschweren Liquiditätsbedarf und erhält durch die US-Notenbank 85 Mrd. $ (dpa in t-online.de).
18. 9. 2008: Die kriselnde britische Hypothekenbank HBOS wird für 15,47 Mrd. € durch Lloyds TSB übernommen.
19. 9. 2008: Die USA und Großbritannien verbieten Wetten auf sinkende Aktienkurse (Leerverkäufe). Die US-Regierung kündigt ein 700 Mrd. Rettungspaket für die Finanzbranche an.
22. 9. 2008: KfW überweist trotz deren Insolvenz noch 350 Mill. an Lehman Brothers.
22. 9. 2008: Goldman Sachs und Morgan Stanley geben ihren Sonderstatus auf und werden gewöhnliche Geschäftsbanken. Wall Street hat sich geändert.
26. 9. 2008: Die führende US-Sparkasse Washington Mutual hatte sich während des Immobilienbooms insbesondere auf dem Hypothekenmarkt engagiert und dabei verloren. Einlagen und Filialen wurden von JP Morgan Chase für nur 1,9 Mrd. $ übernommen.
26. 9. 2008: Bei einem Treffen führender US-Politiker im Weißen Haus wurde von ihnen das 700 Mrd. Rettungspaket abgelehnt. Der US Dow Jones verlor an einem Tag 778 Punkte. So viel wie noch nie.
29. 9. 2008: Der deutsche Hypothekenfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) wird von der Bundesregierung und Banken mit 35 Mrd. € vorerst gerettet. Zuvor wurde zwischen der Staatsseite (Bundesbank-Präsident Axel Weber, Finanzminister Peer Steinbrück, , Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen, Bafin-Präsident Jochen Sanio, zuletzt auch Bundeskanzlerin Merkel telefonisch und auf der Bankenseite Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Commerzbank-Chef Martin Blessing rund eine Woche verhandelt, um nicht unnütz Steuergelder einzusetzen. Am 29. 9. 09 einigten sich Merkel und Ackermann in fast letzter Minute (vor Öffnung der Börse in Tokio). Nachts um 0,45 Uhr rief Angela Merkel Ackermann an. DER SPIEGEL berichtet: " 0.45 Uhr: Merkel ruft Ackermann an. Sie sagt ihm, dass die Bundesregierung von den Banken einen betrag von 10 Mrd. € erwarte. - Das ist zu viel, sagt Ackermann. - 9 Mrd., sagt Merkel. - Noch 10 Minuten bis zum Kollaps. In Tokio betreten die Händler das Börsenparkett und schalten ihre Computer ein. - Merkel und Ackermann einigen sich auf 8,5 Mrd. ...- 1.05 Uhr: Ackermann ruft Merkel an und sagt, dass die Banken 8,5 Mrd. € des Ausfallrisikos übernehmen würden..." - Das gesamte europäische Bankensystem wäre mit Folgen für die gesammte Weltwirtschaft ohne Einigung in diesen letzten Minuten zusammengebrochen. Alle Spareinlage wären fast nichts mehr wert gewesen. Asmussen begann am 6. 10. das Konzept zu einem Finanzmarktstabilisierungsgesetz zu erarbeiten. Die HRE benötigte und benötigt immer mehr Geld: 52 Mrd. € Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, 50 Mrd. € Garantien und Liquiditätshilfen von Bund und Bankenkonsortium, 3,1 Mrd. € Übernahmekosten für 90 % der HRE-Aktien, 10 Mrd. € vermuteter weiterer Finanzbedarf (aus DER SPIEGEL Nr. 34/2009 von Dettmer, Kurbjuweit, Reiermann).
29. 9. 2008: Der britische Baufinanzierer Bradford & Bingley und der belgisch-niederländische Bankkonzern Fortis werden mit Steuermilliarden noch gerettet, letzterer mit 11,2 Mrd. €. Der Dax fällt unter 6000.
30. 9. 2008: Die Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses lehnen das Rettungspaket der Regierung ab. Weltweit brechen die Börsenkurse ein.
3. 10. 2008: Nach Korrekturen verabschiedet das US-Repräsentantenhaus doch noch das 700 Mrd. Rettungspaket.
4. 10. 2008: Hypo Real Estate (HRE) hat einen erheblich höheren Kapitalbedarf als zunächst angegeben. Die Banken ziehen ihre Kreditzusagen zunächst zurück.
5. 10. 2008: Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück geben eine Komplettgaratie für prvate Spareinlagen ab, damit die Sparer nicht ihr Geld abheben.
5. 10. 2008: Die französische Bank BNP Parabis übernimmt den niederländischen Finanzkonzern Fortis für 14,5 Mrd. €.
6. 10. 2008: Das Rettungspaket für die Hypo Real Estate wird zum 2 ten Mal erhöht: Die Banken erhöhen ihre Kreditzusage auf 30 Mrd. plus Staatszusage sind es dann 50 Mrd. €.
7. 10. 2008: Island muss seine Banken verstaatlichen und steht dadurch selbst vor dem Staatsbankrott.
8. 10. 2008: Die britische Regierung kauft zur deren Rettung für 50 Mrd. Pfund Anteile der größten britischen Banken und gibt daneben noch einen Kredit von 200 Mrd. an notleidende Institute.
8. 10. 2008: Die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank und weitere Zentralbanken senken in konzertierter Aktion ihre Leitzinsen.
10. 10. 2008: Große Kursstürze an den Weltbörsen.
12. 10. 2008: Die G7 vereinbaren einen 5-Punkte-Plan, um das Bankensystem zu retten, die Kreditmärkte zu beleben und die Spareinlagen zu sichern.
13. 10. 2008: Deutschland richtet einen Finanzstabilisierungsfonds von 500 Mrd. € als Rettungspaket für das deutsche Finanzsystem ein.
14. 10. 2008: Die US-Regierung wird Mitaktionär bei US-Banken und kaufen dazu für 250 Mrd. $ Aktien an.
14. 10. 2008: Die Weltbörsen verzeichnen, einschl. Dax, plötzlich Rekordgewinne.
15. 10. 2008: Höchstes Rekorddefizit aller Zeiten im US-Haushalt.
17. 10. 2008: Bundestag und Bundesrat beschließen den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (80 Mrd. € für Kapitalhilfen, 400 Mrd. € für Garantien) von 480 Mrd. € als Rettungspaket für das deutsche Finanzsystem.
22. 10. 2008: Die US-Bank Wachovia hat im 3. Quartal einen Verlust von 24 Mrd. $.
22. 10. 2008: Die BayernLB braucht noch einmal 5,4 Mrd. aus dem staatlichen Rettungspaket.
23. 10. 2008: Euro hat mit 1,24 $ seinen niedrigsten Stand seit 2 Jahren.
24. 10. 2008: Dax auf tiefstem Stand seit Nov. 2004 mit 4014 Punkten.
28. 10. 2008: VW-Aktie steigt teilweise auf über 1000 € (verfünfacht den Wert innerhalb von 2 Tagen), dann geht es wieder bergab.
28. 10. 2008: Die EU rettet Ungarn mit 20 Mrd. € vor dem Staatsbankrott.
3. 11. 2008: Die Commerzbank nimmt als erste Bank Geld aus dem Sonderfonds zur Bankenrettung in Anspruch.
5. 11. 2008: Das Kabinett beschließt das Konjunkturpaket I, ein Investitionsprogramm von bis zu 30 Mrd. € für die nächsten 2 Jahre. Es soll Investitionen anstoßen, Steuererleichterungen z. T. bringen, Verkehrsprojekte finanzieren, das Kurzarbeitergeld verlängern und damit 1 Mio. Arbeitsplätze sichern.
6. 11. 2008: Der IWF sagt eine Weltrezession für 2009 voraus. Die EZB senkt erneut die Leitzinsen.
9. 11. 2008: China beschließt ein Konjunkturpaket von 460 Mrd. €.
15. 11. 2008: Die G20 -Staats- und Regierungschefs wollen in Washington eine neue globale Finanzarchitektur.
25. 11. 2008: Die US-Notenbank (Fed) will mit bis zu 800 Mrd. $ den US-Kreditmarkt wieder in Gang bringen.
29. 11. 2008: Die maroden Landesbanken brauchen noch mehr Geld, voran die BayernLB.
2. 12. 2008: Nach dem Zusammenbruch der isländischen Banken stürmen Protestierende die Zentralbank.
4. 12. 2008: Die US-Harvard-Uni in Massachusetts schrumpfte binnen 4 Monaten um 8 Mrd. $.
4. 12. 2008: Größte Zinssenkung der EZB.
5. 12. 2008: Deutsche Bank Volkswirt Norbert Walter erwartet für 2009 einen Wachstumseinbruch von 4 % (5% wurden es).
11. 12. 2008: Die Gesellschaft für die deutsche Sprache wählt die "Finanzkrise" zum Wort des Jahres.
16. 12. 2008: Die US-Notenbank senkt die Leitzinsen auf 0 %.
19. 12. 2008: Die US-Autohersteller erhalten (nach Ablehnung am 12. 12.) doch noch 17 Mrd. $ aus dem Rettungspaket der US-Finanzbranche.
26. 12. 2008: Japans Industrieproduktion fiel im November wie nie zuvor.
30. 12. 2008: Die US-Regierung rettet die GM-Autobank GMAC durch Kauf für 5 Mrd. $.
31. 12. 2008: Die US-Notenbank kauft für 500 Mrd. $ faule Wertpapiere.
6. 1. 2009: Die Bundesregierung steigt mit 25 % bei der Commerzbank ein, die durch den Zukauf der Dresdner Bank zur zweitgrößten deutschen Bank aufstieg, aber dadurch möglicherweise in Schwierigkeiten gekommen wäre.
12. . 1. 2009: CDU, CSU und SPD einigen sich auf das Konjunkturpaket II mit 50 Mrd. €. - Investitionen in Bildung und Infrastruktur, Abwrackprämie für Altautos, Kinderbonus, Forschungsinvestitionen, Bundesmittel für Gesundheitsfonds zur Senkung der Krankenkassenbeiträge ab Juli, z. T. Senkung d. Einkommenssteuer. - Siehe 20. 2. 09 Zustimmung durch Bundesrat. - Der Sonderfonds Deutschland (bis 100 Mrd.) des Bundes stellt in Not geratenen Unternehmen u. U. Bürgschaften und Kredite zur Verfügung.
15. 1. 2009: EZB senkt Leitzins noch einmal um 0,5 % auf 2,0 %.
19. 1. 2009: Die Royal Bank of Scotland muss wegen eines Minus von 31 Mrd. € erneut vom Staat gestützt werden.
21. 1. 2009: Die Hypo Real Estate (HRE) erhält weitere 12 Mrd. Garantien vom Staat.
31. 1. 2009: Weil neue Milliardenlasten drohen, plant der Bund Bad-Banks, die allerdings wieder bis zu 120 Mrd. € zusätzliche Belastung brächten.
1. 2. 2009: Nach Angaben des Deutschen Verbraucherschutzrings (DVS) haben in den vergangenen Wochen schon 3 Schiffsfonds aus Norddeutschland Insolvenz angemeldet. Grund ist der dramatische Verfall der Fracht- und Charterraten. So sind die Transportkosten für einen Standartcontainer von Asien nach Europa innerhalb eines Jahres von 2000 auf 400 $ gesunken.
5. 2. 2009: Die Deutsche Bank verbuchte einen Milliarden-Verlust für 2008.
12. 2. 2009: Der US-Kongress einigte sich auf ein neues Konjunkturpaket von 789 Mrd. $.
13. 2. 2009: Die Landesbank der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein HSH-Nordbank hatte 2008 einen Verlust von 2,8 Mrd. €. 3 Mrd., zusätzliches Eigengeld wird erforderlich. Anders als bei den anderen Landesbanken, wird hier später eine Berlin-Hilfe abgelehnt. Das fehlende Geld würde dann die Haushalte von Hamburg und Schleswig-Holstein belasten
14. 2. 2009: Die G7-Finanzminister und Notenbankchefs treffen sich in Rom und sprechen sich gegen Protektionismus und für einen freien Welthandel trotz der Krise aus. In der Abschlusserklärung heißt es: "Die Stabilisierung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte bleibt unsere oberste Priorität."
16. 2. 2009: Der Immobilienfinanzierer Aareal erhält aus dem Bankenrettungsfons SoFFin eine Finanzspritze und Kreditgarantien.
16. 2. 2009: Der japanische Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik Kaoru Yosano erklärt nach einem Wirtschaftseinbruch von 12,7 % von Oktober bis Dezember: "Das ist die schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Die Exporte schrumpften um 13,9 % und das BIP innerhalb nur eines Monats am Schluss des Vorjahres um 3,3 %.
18. 2. 2009: Erstmals billigt die Bundesregierung ein Gesetz zur Enteignung maroder Banken und deren Eigentümern. Grund ist die HRE, die immer mehr Sicherheiten zu benötigen scheint. Die Aktie liegt bei 1,50 €.
20. 2. 2009: Der FBI spürte den zweiten Milliarden-Anlagebetrüger Allen Stanford auf. Ihm und 3 seiner Unternehmen wurde/wird von der US-Finanzaufsicht (SEC) vorgeworfen, ein Investmentsystem zum Verkauf von betrügerischen Zertifikaten im Wert von 8 Mrd. aufgebaut zu haben. Hinzu kam ein betrügerisches Fondsprogramm mit 1,2 Mrd. Den Kunden wurden für Einlagen-Zertifikate hohe und sichere Gewinne versprochen und am Anfang durch das Schneeballsystem auch etwas ausgeschüttet. Stanford-International-Bank hatte auch Verbindung zum ehemaligen US-Börsenchef Bernard Madoff, die betrügerische Investment-Legende, die Anleger um rund 50 Mrd. $ prellte. Erst rund 2 Monate zuvor war Madoff angezeigt worden.
20. 2. 2009: Der Bundesrat stimmt, nach dem Bundestag, dem Konjunkturpaket II mit 50 Mrd. € zu. Ergebnis: Einkommensteuer: Grundfreibetrag auf 8004 € in 2 Stufen erhöht, Senkung des Eingangssteuersatzes von 15 auf 14 %, Verschiebung des Steuertarifs zur Minderung der "kalten Progression". Familien: 100 €/Kind (Kinderbonus) zusätzlich zum Kindergeld, Hartz-IV-Regelsatz Anhebung für Kinder von 60 auf 70 %. Krankenkassenbeitrag: Senkung von 15,5 auf 14,9 % für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Rentner ab 1. Juli 2009. Investitionen in die Infrastruktur, wie Verkehr, Krankenhäuser, Städtebau und Breitbandausbau, in Kitas, Schulen und Hochschulen. Außerdem in Forschung und Entwicklung von Mobilität. Kredit- und Beschäftigungsprogramm mit Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und deren Kreditversorgung. Beschäftigungssicherung: Förderung von Kurzarbeit gegen Entlassung und Qualifizierungsmaßnahmen. PKW-Nachfrage erhöhen: Private Autohalter erhalten für ein mind. 9 Jahre altes Auto bei Verschrottung und Neukauf innerhalb 2009 € 2500 Prämie.
20. 2. 2009: Die lettische Regierung tritt wegen der Wirtschaftskrise zurück. Das Land soll, auch von der EU, mit 7,5 Mrd, € unterstützt werden. Zuvor hatten Mitte Januar 10.000 Menschen in Riga demonstriert.
20. 2. 2009: Obwohl die Schuldenlast der öffentlichen Haushalte in der Bundesrepublik noch bis Anfang 2008 gesunken war, stieg sie durch die Wirtschaftkrise bis Ende des Jahres auf 1,517 Billionen. Das sind 18 473 €/Einwohner. Allerdings konnten die Länder ihre Schulden sogar um 1 Mrd. abbauen und die Kommunen um 3,3 Mrd. €.
22. 2. 2009: Bundeskanzlerin Merkel bereitet mit den Regierungschefs der wichtigsten EU-Wirtschaftsmächte und Präsident Barroso in 4 Std. in Berlin den nächsten G20 Weltfinanzgipfel Anfang April in London vor. Es sind die Länder: Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, die Niederlande, Luxenburg und Tschechien. Weiter anwesend waren die EU-Zentralbank und die Bank of England. Die Teilnehmer einigten sich auf: Konkrete Schritte zu mehr Transparenz und stärkere Kontrolle der Finanzmärkte, Absage an protektionistische Tendenzen, Sanktionsmechanismen gegen Steueroasen und unkooperative Finanzzentren, Unterstützung der Bundeskanzlerin zur Verwirklichung einer globalen "Charta des nachhaltigen Wirtschaftens", in der die Prinzipien für eine neue Weltfinanzarchitektur festgeschrieben werden sollen. Die Beschlüsse sollten beim EU-Gipfel am 19. u. 20. 3. in Brüssel dann entgültig beraten werden.
23. 2. 2009: Deutsche Bank Chefvolkswirt Norbert Walter rechnet mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5 %, falls im Sommer ein Aufschwung kommt.
23. 2. 2009: Der DAX rauscht an der Frankfurter Börse um 16.12 Uhr unter die 4000 er Marke und endete am Tage mit 3912 Punkten. Abwärtstrens bis 3600 wird von Händlern prognostiziert.
24. 2. 2009: Ein 13 Mrd. Staatsvertrag soll die HSH-Nordbank retten. Hambur und Schleswig-Holstein gründen eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die 3 Mrd. in die HSH gibt und für weitere 10 Mrd. bürgt. Außerdem sollen 1100 Mitarbeiter entlassen werden.
25. 2. 2009: Der berühmte US-Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini sieht die Wirtschaft im freien Fall und die deutsche Wirtschaft in einer schlechteren Verfassung als die USA. "Rechnet man die aktuellen Zahlen für das vierte Quartal 2008 aufs Jahr hoch, dann fällt die Wirtschaftleistung auf im Moment acht Prozent...", sagte er u. a. dem Stern. - Erst nach 2010 sei evtl. mit Erholung zu rechnen - und warnte: "Ich glaube, die Weltwirtschaft wird in eine Phase der Deflation eintreten; fallende Preise, auch für Rohstoffe, steigende Arbeitslosigkeit."
26. 2. 2009: Mit Blick auf die Risikowertpapiere zahlreicher Banken sagt der EU-Binnenmarktkomissar McCreevy: "Europa ist voll von Zombie-Banken. Darum legte die EU-Komission erstmals Leitlinien von faulen Wertpapieren fest. Danach dürfen Banken das Risiko für Ramschanleihen nicht überwiegend auf die Steuerzahler abwälzen.
27. 2. 2009: Der Budgetentwurf von Präsident Obama für Reforprojekte bringt das größte Haushaltsdefizit von 1,75 Billionen $ seit dem 2-ten Weltkrieg.
27. 2. 2009: Die US-Wirtschaft brach im 4. Quartal 2008 um 6,2 % ein, der schlechteste Wert seit 25 Jahren. Im 3. Quartal waren es nur 0,5 %. -
28. 2. 2009: Die Aufträge der Werften werden knapp: Die zur Hagemann-Gruppe gehörenden Werften in Stralsund und Wolgast verlieren Optionen für 4 Schiffsneubauten (dpa in HA).
28. 2. 2009: Der US-Hypothekenfinnanzierer Fannie Mae braucht nach dem letzten Quartalsverlust von 25,2 Mrd. $ weitere Staatshilfen von 15,2 Mrd. $.
1. 3. 2009: Die 10 Länder der südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) beschlossen in Thailand, eine Gemeinschaft ähnlich der EU zu gründen und abgestimmte Schritte gegen die Finanzkrise zu unternehmen.
1. 3. 2009: Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU berieten auf ihrem EU-Sondergipfel in Brüssel Maßnahmen gegen die Finanzkrise. Die Forderung der früher sozialistischen Ost-EU Länder nach einem Sonderfonds als Hilfe für diese Länder in Höhe von 160 - 190 Mrd. Euro lehnten sie dabei, auch wegen der €-Stabilität, ab.
2. 3. 2009: Der US-Versicherer AIG hatte im letzten Quartal mit 62 Mrd. den größten Verlust bislang. Für das Gesamtjahr waren es 99,3 Mrd. Die US-Regierung stockte wegen der dramatischen Entwicklung ihre Hilfen um 30 auf insgesamt 180 Mrd. $ auf. Von einem Zusammenbruch des Unternehmens wären die Weltwirtschaft und auch deutsche Kommunen betroffen. Sie verkauften zwecks Geldeinnahme und Haushaltsverbesserung z. B. Stadtbahnen, Kanalnetze, Müllverwertungsanlagen u. a. an US-Investoren, um sie gleich wieder zurückzumieten. Die Investoren konnten in den USA wiederum kundenfreundliche Steuervorteule für Investitionen verkaufen. Die von der AIG versicherten Laufzeiten lagen zwischen 30 und 99 Jahren. Würde die AIG-Versicherung wegen Zahlungsunfägikeit ausfallen, müssten die Kommunen evtl. teurere Kredite aufnehmen.
2. 3. 2009: Der Dax fiel auf 3710 Punkte und der Dow Jones vom September 2008 mit 11.533 $ auf 6.838 am 28. 2. 2009.
4. 3. 2009: Nie gekannte Auftragseinbrüche überall: Im Januar im deutschen Maschinen- und Anlagenbau 42 %, im Februar beim US-Automarkt z. B. Opel-Mutter GM - 53 %, Ford Motors - 48 %, Toyota - 37,5 %, in Deutschland bei Mercedes-Benz - fast 25 %, jedoch beim smart ein Plus.
7. 3. 2009: Experten erwarten, dass Fluglinien die Abnahme von 40 - 70 % ihrer Jets verschieben werden. Die Airbus-Produktion ist gefährdet. Bankkredite fehlen, und der größte Kunde ist eine AIG-Tochter.
8. 3. 2009: Die Finanzkrise vernichtete nach einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) Vermögenswerte von rund 50 Billionen $ oder rund 40 Billionen €. Dieser Betrag setzt sich aus den weltweiten Verlusten bei Aktien- und Anleihewerten zusammen (die, wegen der Idee dauernden Wachstums, dann auch überbewertet waren).
9. 3. 2009: Die Weltbank warnt vor einer riesigen, globalen Rezession mit dem mindestens stärksten Einbruch seit 80 Jahren. Am stärksten werden die Wirtschaften Ostasiens schrumpfen. Die Entwicklungsländer werden am stärksten von der Krise getroffen. Die Weltbank schätzt die Ausfälle dort allein in 2009 auf 270 - 900 Mrd. - Weltbank-Präsident Robert Zoellick warnte: "Wir müssen in Echtzeit auf eine zunehmende Krise reagieren, die die Menschen in den Entwicklungsländern trifft. Diese Krise verlangt globale Anstrengungen...Wir brauchen Investitionen in Sicherheitsnetze, in die Infrastruktur sowie in kleine und mittlere Betriebe, damit Arbeitsplätze geschaffen und soziale und politische Unruhen verhindert werden.
11. 3. 2009: Der ehemalige Bademeister und spätere Chef der US-Technologiebörse Nasdaq, der 70-jährige Anlageberater Bernard Lawrence Madoff, steht in New York vor Gericht: Angeklagt u. a. wegen Wertpapierbetrugs, Fälschung von Briefen, Computerbetrug, Geldwäsche, Meineids, Falschaussage vor der US-Börsenaufsicht SEC und Gelddiebstahl aus einem Fonds für Mitarbeiter. Schaden rd. 170 Mrd. $. Er legte gleich ein Geständnis ab. Er sammelte über eine Investmentfirma mit rd. 4.800 Kunden Geld von Investoren ein und zahlte dafür hohe Zinsen aus, die aber in Wirklichkeit von Neuanlagen im Schneeballsystem aus aller Welt stammten. Deutsche Investmentfonds legten rd. 153 Mio. € dort an. Europäische Banken wie Banko Santander (Spanien), Bank Medici (Österreich), HSBC und Royal Bank of Scotland (GB), BNP Paribas und Natixis SA (Frankreich), Fortis (Niederlande). Madoff betrieb sein Geschäft rund 20 Jahre. Erst die Finanzkrise ließ die Nachfuhr des Fondsgelder stoppen. - Überall wurden die "Grenzen des Wachstums" sichtbar.
12. 3. 2009: Im Februar brachen die chinesischen Exporte gegenüber dem Februar des Vorjahres nach Angabe der Zollbehörden um 25,7 % ein. Die HRE braucht weitere 10 Mrd. €. Der Flugverkehr geht zurück: Die Lufthansa z. B. legt 24 Flugzeuge still.
18. 3. 2009: Die US-Federal Reserve (Fed) kündigte den Kauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren und Staatsanleihen im Wert von mehr als 1 Billion $ = 770 Mrd. € an, um die Bedingungen an den Kreditmärkten zu verbessern. Der Zins blieb bei knapp über 0. Sodann lief das neue Kreditprogramm für Hauishalte und Kleinunternehmer an. Experten warnten auf mittlere Sicht vor Inflation. Der € steigerte seinen Wert gegenüber dem $ sofort auf 1,34. Der Chefökonom der Bank of New York Mellon sprach von einer "Rambo Fed". Die Zentralbank ließ die Notenpresse laufen.
18. 3. 2009: AIG Versicherungschef Edward Liddy kündigte vor einem US- Kongessausschuss an, dass der Firmensitz verkauft und die Versicherung unbenannt und z. T. aufgelöst werden soll.
20. 3. 2009: Die 27 EU-Staatschefs einigten sich in Brüsel auf ein 5 Mrd. € Konjunkturprogramm für Projekte, die vor allem bereits 2009/10 begonnen werden können. Davon soll der größte Teil in den Ausbau grenzübergreifender Gas- und Stromleitungen sowie alternativer Energien fließen. Während Deutschland davon 1 Mrd. € aus dem Haushalt bezahlen muss, profitieren die schwächeren Volkswirtschaften davon. Insgesamt sollen mit der 1 Mrd. 400 Mrd. € bewegt werden. Sodann werden die EU-Länder Luxenburg, Belgien und Österreich aus der schwarzen Liste der Steueroasen herausgenommen. Weiter: Der EU-Notfallfonds für EU-Länder ohne € in Finanznöten soll von 25 auf 50 Mrd. € verdoppelt werden. Ungarn und Lettland bekamen bereits Mrd. daraus. Bundeskanzlerin Merkel hielt nichts von der Aufstockung und stemmte sich zuvor dagegen. Durch eine "Ostpartnerschaft" sollen 6 Länder, wie die Ukraine und Georgien näher an Europa herangeführt werden (zum Ärger Russlands). Außerdem sprach man sich dafür aus, beim G20 Treffen in London im April, die Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf 500 Mrd. $ zu verdoppeln. Die EU will dafür 75 Mrd. anbieten. Sodann möchte sie dort strengere Regeln und Beaufsichtigung für Hedgefonds, Derivatemärkte und Ratingagenturen durchsetzen.
20. 3. 2009: Der Bundestag beschließt mit großer Mehrheit für die HRE (Hypo Real Estate) - Bank in München die gesetzliche Möglichkeit einer Enteignung, um Schaden von der deutschen Volkswirtschaft abwenden zu können. Die Altersvorsorge und Immobilienfinanzierung vieler Bürger wäre sonst in Gefahr.
24. 3. 2009: Nach neuer Schätzung der Welthandelsorganisation (WTO) sackt der Welthandel im Jahre 2009 um 9 %. China schlägt aus Angst um seine 1,95 Billionen Währungsreserven eine neue Leitwährung vor. China hält die größten Dollar-Reserven weltweit.
3. 4. 2009: Beim G20 Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in London einigte man sich auf ein Maßnahmenpaket nie dagewesener Größenordnung. Die G20 Staaten stellen 1,1 Billionen $ zur Verfügung. Insgesamt sollen bis Ende 2010 5 Billionen $ zur Ankurbegung derWirtschaft ausgegeben werden. Dem IWF und anderen Finanzorganisationen sollten über 1 Billione $ = 756 Mrd. € zur Verfügung gestellt werden. Der IWF soll außerdem seine Goldtreserven verkaufen, um Hilfen für die ärmsten Länder bereit zu stellen. Steueroasen sollen aufr eine schwarze Liste gesetzt werden. Es sind aber nur die 4 Länder Costa Rica, Malaysia, die Philippinen und Uruguay. Andere Länder, wie Österreich, die Schweiz und Luxenburg stehen auf einer seperaten Liste von Ländern, die noch nicht alle vereinbarten Standarts umgesetzt haben. Sodann verständigten sich die Staats- und Regierungschefs auf strengere Regeln für die internationalen Finanzmärkte. Dazu zählen "neue Regeln" für Managergehälter und Bonuszahlungen, die an längerfristige Erfolge gebunden werden sollen. Eine neue internationale Aufsichtsbehörde soll Banken, Rating-Agenturen und Hedgefonds überprüfen können. Im September 2009 soll die Umsetzung bei einem erneuten Gipfel überprüft werden.
3. 4. 2009: Der Bundesrat biiligt die mögliche Verstaatlichung von Banken. Das Gesetz ist zeitlich befristet und auf eine mögliche Übernahme der Hypo Ral Estate (HRE) Hypothekenbank zugeschnitten.
7. 4. 2009: Die Stahlproduktion bricht in Deutschland um die Hälfte im Vergleich zum März des Vorjahres (nach d. stat. Bundesamt) ein.
7. 4. 2009: IWF (Internationale Währungsfonds) warnt vor immer mehr toxischen Papieren in den Bilanzen von Banken und Versicherungen. Im Januar war noch von 2,2 Billionen $ die Rede. Die neue Einschätzung spricht von 3,1 Billionen, so die Times. Hinzu kämen rund 900 Mrd. weiterer Papiere aus Europa und Asien (AP, dpa-AFX in t-online.de).
8. 4. 2009: Das 1901 gegründete Traditionsunternehmen Karmann mit 3470 Beschäftigten meldete Insolvenz an. Gleichzeitig schloss Daimler-Benz Entlassungen nicht aus.
14. 4. 2009: Die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe sanken (gem. Stat. Bundesamt) im Februar gegenüber dem Vorjahres Febr. um 23.3 %, darin bei Kfz u. Kfz-Teilen um 39,6 % (trotz Abwrackprämie).
14. 4. 2009: Woolworth Deutschland GmbH & Co KG des Finanzinvestors Argyll meldet Insolvenz an.
15. 4. 2009: DIK-Präsident Hans Heinrich Driftmann warnte im Handelsblatt "vor schuldenfinanzierten neuen Ausgabenprogrammen auf Kosten nachfolgender Generationen" (3. Konjunkturpaket).
15. 4. 2009: Die schon früher genannte schweizer USB-Bank ist der wohl größte Vermögensverwalter der Welt. Insbesondere die durch die USA erzwungene Übergabe von Kundendaten an die Steuerbehörden verschreckte viele Kunden, die daraufhin 23 Mrd. Franken abzogen. Im 1. Quartal erwartet die Bank wegen Abschreibungen, Preisanpassungen und Rückstellungen für Risiken einen Verlust von 2 Mrd. Franken (ca. 1,3 Mrd. €). Darum sollen weltweit 8.700 Stellen abgebaut werden, davon 2.500 in der Schweiz. In Deutschland hat die Bank nur rd. 1.300 Beschäftigte, von denen auch etliche abgebaut werden sollen.
16. 4. 2009: Die besten US-Investmentbanken JP Morgan und Goldmann Sachs machen wieder hohe Gewinne.
22. 4. 2009: Nach neuer Schätzung des IWF vernichtet die Finanzkrise rund um den Globus infolge von Ramschanleihen und faulen Krediten 4,054 Billionen Dollar (=3,14 Billionen €). Bei den US-Papieren lägen die Abschreibungen lt. IWF bei 2,7 Billionen $, bei den europäischen Papieren bei 1,2 Billionen $ und bei den japanischen bei 149 Mrd. $. Viele Finanzinstitutionen haben das wahre Ausmaß ihrer verluste noch nicht eingeräumt. Etwa 62 % der Verluste entfielen auf Banken, der Rest auf Versicherungen und Pensionsfonds. Besonders für europäische Banken prognostiziert der IWF wegen massiver Kreditausfälle in Osteuropa schwierige Zeiten. Während für die Rekapitalisierung des Finanzsektors in den USA noch 275 Mrd. $ benötigt würden, läge der Bedarf in Europa bei 600 Mrd. $. "Die Kreditkrise könne sich für europäische Banken noch erheblich vertiefen." Um die Kapitalisierung der Banken wieder auf das Niveau von Mitte der 90-er Jahre zu bringen, würden in den USA weitere 500 Mrd. $ und in Europa 1,2 Billionen $ benötigt. Alle Zahlen bezogen sich dabei auf den Zeitraum von Mitte 2007 bis Ende 2010 (AFP in HA).
23. 4. 09: Der IWF rechnet sodann nach dem am 22. 4. 09 in Washington vorgelegten globalen Ausblick damit, dass die Wirtschaft in Deutschland um 5,6 % schrumpft. Deutschland wird die tiefste Rezession seit den 1930er Jahren erleben. In der Eurozone stürzt nur noch die irische Wirtschaft stärker als die deutsche ab. Während der IWF weltweit für 2010 wieder ein leichtes Wachstum von 1,9% erwartet, soll in Deutschland die Talfahrt weitergehen. Die deutsche Wirtschaft leide vor allem unter ihrer Exportabhängigkeit und dem schwachen Binnenmarkt (dpa/afp in HA).
23. 4. 09: Deutschlands führende Wirtschaftsinstitute legen in Berlin ihr Frühjahrsgutachten vor. Nach ihren Berechnungen wird Deutschland frühestens Mitte 2010 die Rezession überwinden. Das Bruttoinlandsprodukt wird für 2009 mit -6,0 % (nach Daten v. 13. 10. 09 nur -4,8%) erwartet, im Jahre 2010 -0,5 %. Wichtig sei für eine Besserung die Lösung der internationalen Bankenkrise, anderfalls drohe eine weltweite deflationäre Abwärtsspirale. Die Arbeitslosigkeit soll in 2009 durchschnittlich 3,7 Mio. (8,6%) und 2010 sogar knapp 4,7 Mio. (10,8%) treffen. Die Abwackprämie würde nur zu einer später zunehmenden Produktionslücke und einer Verschärfung der Rezession führen.
24. 4. 09: Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg überraschend von 82,2 Punkten im Vormonat auf 83,7 Punkte. Er gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Am gleichen Tage wurden von der Hannover-Messe erfreuliche Abschlüsse und Gespräche, vor allem im Bereich Geräte zur alternativen Energieherstellung gemeldet.
7. 5. 09: Die Europäische Zenralbank (EZB) senkte den Leitzins, zu dem sich die Banken Liquidität bei der EZB besorgen können, auf das historische Tief von einem Prozent.
13. 5. 09: Das Bundeskabinett beschloss ein Konzept zur Einrichtung sogenannter Bad Banks. Der Gesetzentwurf sieht die Errichtung von Sammelstellen oder Bad Banks vor, die den Geschäftsbanken vor dem 31. 12. 08 "faule" Wertpapiere zunächst auf Zeit einlagert.
14. 5. 09: Das größte Finanzierungsloch in Deutschlands Staatskassen wird sichtbar: Bund, Länder und Gemeinden müssen sich bis 2013 auf Steuerausfälle von insgesamt 316 Mrd. € einstellen, wie der Arbeitskreis Steuerschätzung ermittelte. In diesem Jahr soll die Neuverschuldung allein des Bundes auf rund 50 Mrd. € steigen, ursprünglich war sogar von 80 Mrd. die Rede. Dies halten einige Haushaltspolitiker weiterhin für wahrscheinlich, sobald die Belastungen aus Investitions- und Tilgungsfonds des Konjunkturpakets hinzukommen. Für 1910 sei, nach Finanzminister Steinbrück, eine Neuverschuldung von 90 Mrd. möglich, bei 84,7 Mrd. verringerten Steuereinnahmen. Fast die Hälfte der möglichen Steuerausfälle betriftt den Bund. Zum Vergleich: Die Gesamtschulden des Bundes betrugen 2008 noch 985,7 Mrd. € bei einer Neuverschuldung von 11,5 Mrd. Bei nur 50 Mrd. mehr kommen 1.035,7 Mrd. € heraus. Hinzu kommen die Schulden aus dem Investitions- und Tilgungsfonds.
22. 5. 09: Die britische Ratingagentur Standart & Poo's (S&P) hat die Bonitätsbewertung britischer Staatsschulden von "Stabil" auf "negativ" geändert. "AAA" wurde jedoch vorerst beibehalten. Moody's aus USA blieb jedoch bei seiner Bewertung für GB mit "stabil", desgl. für die USA, obwohl auch dort von Fachleuten eine Herabstufung von "AAA" zukünftig für möglich gehalten wird.
23. 5. 09: Die größte Bank Floridas, die BANK UNITED brach zusammen. Nicht mehr bedienbare Immobilienfinanzierungen waren zu rund 80 % Anlass zur Finanzkrise. Florida war dabei nagativ führend. Heute stehen sehr viele Häuser leer.
26. 5. 09: Die 3. Welle der Immobilienkrise überzieht die USA (lt. Marc Ptzke/Spiegel Online) von West nach Ost. Rund 1,7 Mio. US-Haushalte werden nach Schätzung von Moody's auch dieses Jahr ihr Haus durch Zwangsversteigerung wegen steigender Arbeitslosigkeit verlieren.
27. 5. 09: Das Bürgerentlastungsgesetz wurde vom Finanzausschuss des Bundestages gebilligt. Die Beiträge für die Arbeitslosen-, Haftpflicht- Unfall- und Berufsunfähigkeits-Versicherung sind weiterhin absetzbar. Zusätzlich werden die Höchstgrenzen für die Absetzbarkeit von Vorsorgeaufwendungen von 1.500 auf 1.900 € für Arbeitnehmer und 2.400 auf 2.800 € für Alleinzahler angehoben. Bei einem Firmen-Umsatz bis 500.000 € braucht die MWSt erst nach Rechnungs-Zahlungserhalt bezahlt zu werden (gilt bis 2011). Die "Zinsschranke" wird von 1 Mio auf 3 Mio angehoben. Auf 2 Jahre befristet wird die Übernahme von Firmen, die Sanierungsfälle sind, durch Verrechnungsmöglichkeit der Verluste mit den Gewinnen erleichtert.
28. 5. 09: Die Inflationsrate erreicht erstmals seit 1987 Null. Die EU will eine Frühwarnsystem für die Finanzmärkte. Die Koalition verabschiedet 47,6 Mrd. Neuverschuldung. Der DAX liegt wieder über 5.000.
31. 5. 09: In der Nacht vom 30. zum 31. 5. 09 erfolgt die Einigung im Kanzleramt auf das Opel-Rettungspaket. Die neuen Eigentümer wären dann: Der kanadisch-österreichischische Magna International (20 %), die größte russische Bank: Sberbank mit dem russischen Autobauer GAZ (35 %), GM (35 %), Opel beschäftigte (10 %). Magna gibt zunächst nur 350 Mio Soforthilfe, alle anderen zunächst nichts. Die Bundesrepublik bürgt dafür mit 1,5 Mrd. € für ein halbes Jahr. Opel soll jeden Tag 3 Mio. Verlust schreiben (Germis, Hosp, von Petersdorff in FAZ 31. 5. 09). Wirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg machte bei den internen Beratungen (am 29. 5.) klar, dass er die Magna-Lösung "für nicht tragfähig" halte und wegen der Risiken für den Steuerzahler "nicht mittragen" werde. (Siehe hierzu auch bei www.ethische-ökonomie.de - ethisches Verhalten). 31. 5. 09: Der Bundestag gibt grünes Licht für eine Schuldenbremse im Grundgesetz. Ab 2016 soll der BUND pro Jahr nur noch Schulden in Höhe von 35 % BIP (ca. 9 Mrd. €) machen dürfen. Grüne und Linke stimmten überwiegend dagegen. Ärmere Länder sollen beim Abbau der Altschulden ab 2011 unterstützt werden. Die Gesamtschulden betragen rd. 1,6 Billionen.
9. 6. 09: ARCANDOR meldet Insolvenz an, nachdem sich 4 Vorstandsvorsitzende über 10 Jahre um eine Sanierung bemüht hatten. Mit der Metro (Kaufhof) steht eine Käufer für die Mehrzahl (rund 60) der Kaufhäuser bereit. Auch die Otto-Group wäre an Sporthäusern z. T. interessiert. Die Karstadt-Quelle Bank, der Reiseveranstalter Thomas Cook und die Karstadt-Quelle Versicherungen sind unabhängige Unternehmen, die von der Insolvenz nicht betroffen sind.
9. 6. 09: Der Export bricht gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um 28,7 % ein, der Import um 22,9 %. Der Export war jedoch im Vorjahresmonat besonders hoch.
12. 6. 09: Der Bundesrat (Bundesländer) billigte mit über 2/3 Mehrheit die Schuldenbremse vom 31. 5. 09. Das Grundgesetz (GG) schränkt zukünftig gem. Artikel 109 die Schuldenaufnahme ein: Bund gem. Beschluss v. 31. 5. (siehe dort), Länder ab 2020 überhaupt keine Neukredite. Ausnahmen (Finanzkrise) sind aber zulässig. Siehe auch www.finanzkrisen-lexikon.de : Schulden. 15. 6. 09: Beim "Tag der deutschen Wirtschaft" des BDI in Berlin, in Anwesenheit von CDU-Bundeskanzlerin Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier, forderte BDI-Chef Hans-Peter Keitel Strukturreformen für die Wirtschaft und insbesondere bei den Steuern. Er fürchtete sodann eine Verschlimmerung der Krise, wegen der anhaltenden Kreditklemme, auch wegen des Restrukturierungsbedarfs der Banken.
19. 6. 09: Am Abend des Vortages einigten sich die Staats- und Regierungschefs in Brüssel auf die Regulierung der Finanzmärkte. Dazu zählt ein bei der EZB angesiedelter Europäischer Rat für Systemrisiken, der Frühwarnungen abgeben soll, wenn eine Bank so große Probleme bekommt, dass sie andere Banken mitreißen kann. Sodann sollen 3 bestehende EU-Aufsichtsgremien für den Banken-, Versicherungs- und Wertpapiesektor zu Behörden aufgewertet und mit nationalen behörden vernetzt werden. Sie sollen auch verbindliche Beschlüsse fällen können, wenn sich z. B. zwei nationale Aufsichtsbehörden untereinander nicht einigen können. Die Entscheidungen der neuen Argenturen haben aber keine Auswirkungen auf die nationalen Haushalte.
22. 6. 09: Der ifo-Index stieg zum dritten Mal in Folge auf 85,9 Punkte. Inflationsrate = 0.
24. 6. 09: Nach Einschätzung des Ifo-Instituts beträgt der Rückgang des BIP für dieses Jahr 6,3 %, für 2010 sogar 0,3 % mehr, die Arbeitslosenzahl würde 2010 auf 4.337 Mio. steigen. Im 2. Halbjahr 2010 erwartet das Institut eine leichte Erholung. Das RWI ist da etwas optimistischer. - Beim Export hat es einen Rückschlag auf so breiter Front noch nie gegeben meldete das Statistische Bundesamt. Die Exporte sanken von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um 21,2 %, Die Einfuhren verringerten sich in dieser zeit um 14,7 % auf 1732 Mrd. €.
24. 6. 09: Die Bundesregierung beschließt im Kampf gegen die schwere Rezession den größten Schuldenhaushalt in der Geschichte der Bundesrepublik mit einer Neuverschuldung für das Jahr 2010 von 86,1 Mrd. € (HA 25. 6. 09).
29. 6. 09: Bernard Madoff, betrug mit seinen Geldanlagen im Schneeballsystem Anleger (wie Zsa Zsa Gabor und Steven Spielberg) um 67 Mrd. $. Der 71-Jährige erhielt von einem New Yorker Gericht 150 Jahre Gefängnis (Bob Geisler in HA 30. 6. 09).
29. 6. 09: Quelle erhält einen Rettungskredit von 50 Mio. €. (rtr/dpa in HA 30. 6. 09).
2. 7. 09: Auftragseinbruch im Maschinenbau von zuletzt fast 50 % hält schon seit 8 Monaten an (10. 08 (-16%), 11. 08 (-30%), 12. 08 (-40%), 1. 09 (-42%), 2. 09 (-49%), 3. 09 (-35%), 4. 09 (-58%), 5. 09 (-48%). Die Branche fürchtet Verlust von 60.000 Arbeitsplätzen (Ralf Zamponi (in HA 2. 7. 09).
2. 7. 09: Finanznotstand in Kalifornien. 200.000 Staatsbedienstete ohne Lohn in Zwangsurlaub, sowie Schließung öffentlicher Einrichtungen an 3 Tagen/Woche bis 2010.
2. 7. 09: Experten warnen vor Absturz in der Autoindustrie. VW, Opel und Co machen nach der Studie pr Auto 1800 € Verlust. Schuld seien die Autobauer selbst, die einschl. Abwrackprämie die Autos z. T. für die Hälfte verkauft hätten, etc. (Quelle: Spiegel Online in t-online) - Siehe hierzu aber auch den Druck durch die ausländische Billigkonkurrenz lt. Meldung vom 3. 7.:
3. 7. 09: Der Autoinlandsmarkt boomt. Neuzulassungen um 40 % gestiegen. Aber für ausländische PKW ist der Anteil erheblich höher als für deutsche (Jan. - Juni 2009: Citroen + 39,8%, Fiat + 106,9%, Hyundai +130,8%, Renault, Dacia +47,6%, Skoda + 63,1%, Toyota, Lexus + 42,3% - dagegen deutsche PKW Ford 44%, VW 31,2%, Opel 29,8 %, Audi 1,4 %, Mercedes + Porsche - Quelle www.kba.de) (in HA 3. 7. 09). 3. 7. 09: Immobilienfehlspekulationen werden auch in Deutschland sichtbar. Millionen Quadratmeter Bürofläche stehen in den Städten leer. - Von 2005 bis 2008 kauften sich besonders angelsächsische Investoren mit offenen Immobilienfonds mit Milliarden in Deutschland ein. Jetzt stehen sie vor den Trümmern ihres Investments. Vielen Fonds droht die Pleite. Genannt werden die Immobilienfonds der US-Investmentbanken Morgan Stanley: Morgan Stanley Real Estate, oder der Goldman-Sachs-Fonds Whitehall, oder der US-Private-Equity-Fonds Fortress. (in t-online.de, Financial Times Deutschland).
4. 7. 09: Der Bundestag verabschiedete in seiner Sitzung am 3. Juli 09 Gesetze zur Finanzkrise: 1. einen Gesetzentwurf für stärkeren Anlegerschutz, der dann allerdings noch durch den Bundesrat musste, wo Bayern noch mehr Verbraucherrechte forderte. Darum nachfolgend die zuerst beschlossene Mindestforderung: Ein auch für den Verkäufer verpflichtendes Beratungsprotokoll muss erstellt werden. Die Verjährungspflichten für Ansprüche auf Schadensersatz verlängern sich. 2. Die Abgeordneten stimmten einem Gesetz zur Errichtungsmöglichkeit von Bad Banks zu. Kredite und Hypotheken, die in der Finanzkrise stark an Wert verloren (Giftpapiere), können dahin ausgelagert werden. Dies ermöglicht den Banken, sie aus der Bilanz herauszunehmen. Lt. Finanzministerium handelt es sich um 180 bis 190 Mrd. €. 3. Steuerflucht: Wer in Steueroasen Geschäfte betreibt oder Konten unterhält muss dem Fiskus umfassend Auskunft erteilen. Steueroasen sind dabei Länder, die sich nicht an die Standarts der OECD halten. Werden Ausdkünfte über Geschäfte oder Konten in diesen Ländern unterschlagen, kann das Finanzamt Sanktionen, wie Streichung von Steuerabzügen, verhängen. Der Finanzminister meint, dass dem Staat dadurch früher jährlich 100 Mrd. verloren gingen. 4. Die Rechte der deutschen Bankaufsicht wurden erweitert. Bei Risiken darf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) höhere Eigenmittel und Liquidität verlangen. (in HA 4. 7. 09).
10. 7. 09: Die Rezession neigt sich nach Einschätzung des BWM dem Ende zu. Der Auftragseingang der Industrie nahm im Mai gegenüber dem Vormonat um 4,4 % zu, die Industrieumsätze um 4,6 % und die Industrieproduktion um 5,1 %. Der Beschäftigtenabbau in der Metallindustrie betrug nur "moderate" 2,5 % gegenüber dem Vorjahr, sagte der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannengiesser, der "Rheinpfalz am Sonntag" Im Auslandsgeschäft stiegen die Umsätze sogar insgesamt um 6,9 % . Gustav Horn vom IMK sagte dem Abendblatt: "Ab Jahresmitte zeichnet sich eine Stagnation ab." Es geht also nicht mehr bergab. Michael Bräuninger vom HWWI-Institut sagte: Die Talsohle ist erreicht, aber wir sind noch nicht aus der Weltwirtschaftskrise heraus." (Steffen Preißler in HA 10. 7. 09).
12. 7. 09: 82 % der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young befragten Konzernen befürchten (lt. WamS 12. 7. 09) eine Kreditklemme und wollten sich aus der Krise retten, indem sie an Personal, Werbung und Forschung sparten. In 65 % der befragten Großunternehmen sei das Management immer noch vor allem damit beschäftigt, das Überleben der Firma zu sichern.
13. 7. 09: Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind allein im Juni um 8,8 % gesunken, im Mai waren es noch 7,1 % Minus. Allein die steigende Arbeitslosigkeit kostet in den nächsten 5 Jahren 100 Mrd. € mehr als geplant (dpa/rtr/WIWO).
15. 7. 09: Experten erwarten einen Umsatzrückgang von bis zu 15 % bei Nobelmarken. Lacroix pleite, Escada vor dem Aus (Bob Geisler in HA). - Der BGH hat die Rechte von Bankkunden erneut gestärkt. Banken müssen über die Risiken von Geldanlagen aufklären (Az.: XI ZR 152/08 und - 153/08) Zwei Anleger hatten bei der 2003 in Insolvenz gehenden BFI-Bank 80-160.000 € angelegt. Sie haben jetzt auch die über den Sicherungsfonds von 20.000 € hinausgehenden Betrag als Forderung.
16. 7. 09: Die Krise treibt die Sozialausgaben in die Höhe. Jeder 3. € fließt in Sozialleistungen. Am Vortage stellte der Arbeitsminister Olaf Scholz den Sozialbericht vor (in HA).
18. 7. 09: Investmentbanker zocken wieder und zahlen Rekordboni. Experten kritisieren: "Man nimmt die nächste Krise in Kauf." So betrugen die Gewinne z. B. in 2/09 bei Goldman Sachs 3,4 Mrd. $, bei Citigroup 4,3 Mrd. $, bei Bank of America 3,2 Mrd. $ (Volker Mester in HA).
21. 7. 09: In Kalifornien setzte Gouverneut Schwarzenegger massive Kürzungen, besonders im Sozialbereich, gegen den drohenden Staatsbankrott durch. Er sah dabei auch Positives: "Wir haben die Regierung effizienter gemacht, und wir haben zudem Verschwendung, Betrug und Missbrauch zurückgedrängt." (22. 7. 09 Ansgar Graw in HA) - Die Bundesbank forderte in Ihrem Monatsbereicht am 20. 7. 09 innerhalb eines Zeitraums bis 2060 eine Erhöhung des Rentenalters auf 69 Jahre (B. Möller 22. 7. 09 in HA aus Berlin).
22. 7. 09: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fordert eine Neuauflage der Vermögenssteuer und errechnete dabei 16-21 Mrd. Steuereinnahmen bei 1 % Steuer mit 500.000 € Freibetrag. Zusätzlich sollten die Grundsteuern (und damit die Mieten) erhöht werden). Anmerkung der Redaktion: Bei beispielsweise einer Steuer von 5 % auf Vermögen aller Art ab z. B. 500.000 € wären dies 25.000 € oder 2.083 € im Monat. Die 500.000 € brächten als Altersversorgung bei heute 2 % für Festgeld eine Monatsrente von 1.000,- €, also weniger als die Hälfte einer Lehrerpension oder, wegen der dort zusätzlich bezahlten Miet- und Heizungskosten, weniger als Hartz IV für 1 Ehepaar, bei 1 Mio. wären es dann allerdings 2000 €. Vermögen ist auch Altersversorgung. Pensionen und Renten müssten dann auch eine entsprechende Zusatzsteuer erhalten. Zusätzlich wäre das Vermögen verfassungswidrig in absehbarer Zeit fast weggesteuert. Dies nützt also auch zur Abtragung der rund 2 Billionen Schulden von Bund und Ländern wenig. Der Vorteil: Die Armen würden gemäß Armutsdefinition reicher werden, auch bei weniger Einkommen. (Siehe hierzu auch www.soziales-deutschland.eu : Sozial + gerecht?) 25. 7. 09: "Den Städten und Gemeinden brechen wegen der Finanzkrise die Einnahmen weg. Der Städtebund verlangt, dass der Bund Milliardenkosten übernimmt. Verbandschef Gerd Landsberg zu BILD: 'Wir brauchen einen Rettungsschirm! Die Sozialausgaben werden auf über 40 Milliarden steigen...' (23. 7. 09 Bild/jan)." Dies ergänzte der Münchner Oberbürgermeister Christian Uhde: "Gerade 2010 werden die kommunalen Steuereinnahmen noch weiter einbrechen, gleichzeitig aber die Sozialabgaben steigen." (Cristian Ramthun/Berlin, Juliane Sarnes 25. 7. in WirtschaftsWoche.)
30. 7. 09: 484.000 offene Stellen meldet die Bundesanstalt für Arbeit. Die Zahl der dort gemeldeten offenen Stellen ist ungewöhnlich hoch. IT-Dienstleister, Gastronomen, Kindertagesstätten und sogar Maschinenbauer suchen Personal (2. 9. 09 in WamS). Hinzu kommt, dass viele offene Stellen nicht gemeldet werden. Es sind deshalb 1 Mio. offene Stellen möglich.
3. 8. 09: Der Dax klettert um 48 % Plus in 5 Monaten. Er schloss in Frankfurt mit 5426,84 Punkten (4. 8. 09 in HA).
7. 8. 09: Die Auftragslage der Industrie verbesserte sich im Juni deutlich um 4,5 %. Die Industrie verzeichnete das stärkste Auftragsplus seit 2 Jahren. Die Zahl derAuslandsbestellungen nahm dabei um 8,3 % zu (in HA).
14. 8. 09: Die Wirtschaft wächst wieder (um 0,3 %) - mehr als im übrigen Europa. Der Abschwung scheint beendet. Verantwortlich sind vor allem die Exporte. - Die Technologieaktien hängen im TecDax den Markt ab: 700 Punkte nach oben, "grandioses Comeback" schreibt die Welt dazu.
17. 8. 09: "Bundesbank-Präsident Axel Weber warnt vor Rückkehr der Finanzkrise. Obwohl die deutsche Wirtschaft die Talsohle erreicht habe, drohe nun eine weitere Krisen-Phase, in der Arbeitslosigkeit, Firmenpleiten und Kreditausfälle deutsche Banken unter Druck bringen könnten." (sc, dpa-AFX. t-online.de.AP, Süddeutsche Zeitung) - Im Jahre 2010 soll lt. Prof. Dudenhöffer der PKW- Absatz um 1 Mio. einbrechen. Die Zulieferer sind besonders vom Rückgang betroffen (17. 8. 09/lgs/dpa, t-online.de). Der deutschen, bislang führenden, "Solarindustrie droht der Kollaps" (Mark Krümpel FTD, 17. 8. 09 in t-online.de). Die deutschen Hersteller stecken in der Kostenfalle, weil die chinesische Regierung eine aggressive Preispolitik fördert. Die Preise fallen deshalb rapide. Deutsche Steuerzahler fördern hier die Arbeitslosigkeit (durch Solarförderung) und in China die Arbeit.
25. 8. 09: Der US-Starökonom Nouriel Roubini (Ökonomie-Prof., Stern School of Business, New York) "Der Weltwirtschaft drohen mehrere Jahre mit kraftlosem Wachstum." (FTD in t-online.de) - Es kann (nach Roubini) aber noch schlimmer kommen: Ein neuer Ölpreisschock gibt der Wirtschaft den Rest. Zu Roubinis Ausführungen und 7 Gründen siehe www.nachhaltige-ökonomie.de: Die nächste Krise? dort: Es geht vorläufig nicht bergauf. 26. 8. 09: Das DIW meldete sich schon am 22. 7. 09 mit Steuererhöhungsvorschlägen. Jetzt: MWSt auf 25 % brächte 50 Mrd. pro Jahr. Daneben sei auch denkbar die Grundsteuer anzuheben und die Pendlerpauschale abzuschaffen (lt. dpa, t-online.de). - Nach der Bundestagswahl müsse es vor allem um langfristig tragbare Lösungen gehen. Manche Maßnahmen, die kurzfristig attraktiv erscheinen, könnten sich auf längere Sicht als schwere Hypothek für den Arbeitsmarkt erweisen, indem sie etwa die Langzeitarbeitlosigkeit verfestigen. Dies sagte der Chef des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller der dpa. Er warnte auch davor ALG I zu verlängern: "Damit würde der Anreiz für Erwerbslose geringer, sich rasch wieder eine Arbeit zu suchen. - Eine solche Arbeitsmarkt-Falle darf nicht wieder aufgestellt werden." Je länger jemand arbeitslos sei, desto schwieriger werde es für ihn, eine neue Stelle zu finden. (dpa, t-online.de)